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Ein Überblick
Das Grundprinzip des Method Actings lässt sich einfach mit drei Fragen fassen:
1. Wie fühlt der Charakter in der Szene?
2. Was hat bei mir ähnliche Gefühle ausgelöst?
3. Wie kann ich diese Umstände für mich real machen?
Das derzeit am weitesten entwickelte Method Acting-System ist das von Eric Morris. Bisher wurden 5 umfangreiche, englischsprachige Lehrbücher zu seinem System und ein Buch über dessen Entstehungsgeschichte publiziert.
Dabei stellt es keinen Widersprüch zu Strasbergs System dar, da es dieses weitgehend inkludiert. Auch zentrale Elemente aus Sanford Meisners Schauspielsystem, wie die Repetition (Wiederholungsübung) und die große Bedeutung der ständigen Ablenkbarkeit, wurden übernommen.
Erics Schauspielsystem teilt das Schauspieltraining in 3 zentrale Bereiche:
1. Das instrumentelle Training
2. Das technische Training (Craft)
3. Das szenische Training
Am Anfang einer Schauspielausbildung, sollte das instrumentelle Training den Großteil der Übungszeit einnehmen, wobei das Training in den anderen beiden Bereichen auch durchaus schon begonnen werden kann.
Später, mit zunehmender instrumenteller Erfahrung, sollte sich das Training etwa zu gleichen Teilen auf diese 3 Bereiche verteilen.
Das instrumentelle Training:
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Das instrumentelle Training trainiert die Fähigkeit eines Menschen, grundsätzlich die Möglichkeit des Zugangs zu allen verschiedenen Arten von Emotionen zu bekommen.
Aufgrund unserer Erziehung und Sozialisation, lernt jeder Mensch betimmte Verhaltens- und Ausdrücksweisen besonders gut anzuwenden.
Es gibt manche Menschen, die von ihrer frühen Kindheit an dafür gelobt werden, wenn sie sich freuen, wenn sie ihr Glück mit anderen teilen oder wenn sie einfach nur freundlich sind.
Genauso gibt es Menschen, die dafür gelobt werden, wenn sie brav und ruhig sind, wenn sie sich nicht in den Mittelpunkt stellen und keinen Krach machen.
Beide Menschen haben einerseits großes schauspielerisches Talent und andererseits wahrscheinlich auch schauspielerische Probleme:
Der erste Mensch wird "Talent" dafür haben, auf seine freudigen, positiven und eher extrovertierten Emotionen zuzugreifen, während er sich mit seinen leisen, depressiven, agressiven oder asozialen Emotionen wohl eher schwer tun wird.
Der zweite Mensch wird sicher großes "Talent" dafür mitbringen, seine leisen, zarten, depressiven, schüchternen, oder ängstlichen Emotionen abzurufen und auszudrücken. Andererseits wird ihm dieses mit euphorischen, agressiven oder sozial extrovertierten Emotionen wohl eher schwer fallen.
--> In dieser Hinsicht hat jeder Mensch gewisse emotionale "Talente", aber auch geisse Problembereiche, in denen er daran arbeiten muss, Zugang zu seinen Gefühlen zu bekommen.
Dies ist die Aufgaben des intrumentellen Trainings. Es dient dazu, einem Schauspieler zu jedem Gefühlsbereich menschlicher Erfahrung Zugang zu verschaffen.
Das intrumentelle Trainings ist meist sehr privat und erfordert ein regelmäßiges Feedback von einem erfahrenden Beobachter(i.d.R. der Lehrer).
Das technische Training (Craft):
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Es umfasst das Training der konkreten Techniken wie z.B. Sense Memory, die es einem ermöglichen, gezielt bestimmte Emotionen abzurufen. Dies setzt vorraus, dass der Anwender bereits einen intrumentellen Zugang zu diesen Emotionen hat, d.h. dass er prinzipiell in der Lage ist diese Art von Emotionen in sich wahrzunehmen und diese seiner Situation angemessen auszudrücken.
Allerdings kann das technische Training auch sehr gut als instrumentelles Training dienen(z.B. Sense Memory) bzw. damit kombiniert werden, wobei hier ein hohes Maß an Geduld von der Seite des Schülers erforderlich sein kann.
Das szenische Training:
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Das szenische Training vereint die zuvor beim instrumentellen und beim technischen Training erworbenen Fähigkeiten, geht jedoch noch weit darüber hinaus.
Hier wird geübt, die emotionalen Gegebenheiten einer Szene zu analysieren(z.B. zuerst Freude, nach dem Erhalt einer schlechten Nachricht Angst oder Trauer) und geeignete Techniken auszuwählen, um damit diese Gegebenheiten erfüllen zu können.
Mehrere emotionale Übungen und Techniken werden in eine Reihenfolge gebracht, die dem emotionalen Innenleben der Szene entspricht. Diese szenenspezifische Reihenfolge von Übungen und Techniken nennt man Struktur.
Das szenische Training enthält auch die Trainingsbereiche der "Respektlosigkeit", insbesondere den der "Textrespektlosigkeit".
Dieser Trainingsbereich dient dazu, die zuvor erlernten emotionsauslösenden Techniken gleichzeitig mit einem natürlichen Sprechen des Textes ausführen zu können.
Dabei soll der Text so beiläufig und flexibel ausgesprochen werden können, dass er einen fast gar nicht mehr von seiner Umgebung und vom Ausführen der Gefühlstechniken ablenkt und zugleich in seinem Rhythmus, seiner Lautstärke und seiner Betonung die Gefühle ausdrückt, die der Schauspieler gerade erlebt.